Neuerscheinungen 2026


Reihe VIII. Quellen und Darstellungen zur fränkischen Kunstgeschichte


Die Blütezeit der Würzburger Hofmusik

unter Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim


Aus dem unveröffentlichten Briefwechsel mit

seinem Bruder Joseph Franz Graf von Seinsheim

1765–1779

Eingeleitet, ediert und kommentiert von Claudius Stein

Reihe 8 Band 21, ISBN 978-3-86652-822-2, VK 32,00 EUR,
2026, 196 Seiten, 12 Abbildungen, Hardcover

Abbildung Umschlag: Maximilian Joseph Clemens Graf von Seinsheim am Cembalo
mit seiner Schwester Maria Theresia, der nachmaligen Gräfin von Preysing-Hohenaschau
Johann Nikolaus Treu, Bamberg 1761, Schloss Sünching, Gemäldesammlung
Foto: Tamara Helmbrecht

Auszug aus dem Vorwort:
Von wenigen geistlichen Reichsfürsten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts dürfte es eine so dicht überlieferte Privatkorrespondenz geben wie von Adam Friedrich Graf von Seinsheim, der 1755 zum Fürstbischof von Würzburg und 1757 auch zum Fürstbischof von Bamberg gewählt wurde. Bis zum Tod 1779 schrieb Seinsheim zwei Mal in der Woche, manchmal auch öfters, seinem Bruder, dem Münchener Obersthofmeister sowie Geheimen Staats- und Konferenzminister Joseph Franz Graf von Seinsheim. Die Inhalte dieser Briefe sind äußerst vielfältig, berücksichtigen die große Politik ebenso wie das persönliche Befinden. Für die Kulturgeschichte der fränkischen Hochstifte sind sie eine nicht zu unterschätzende, wenn auch schwer erreichbare Quelle, da sich die Korrespondenzen der beiden Brüder im Gräflich Seinsheimschen Hausarchiv in Schloss Sünching, also im Süden der Oberpfalz, befinden.
Soweit zu erkennen wurden sie mit Blick auf die genannten Hochstifte bisher nur für den Bereich der Architektur, bildenden Kunst und Kunstpatronage systematisch ausgewertet. Ein weiterer Bereich, der dem Fürstbischof ebenso am Herzen lag, wird hier in Form einer Edition vorgestellt, die Musikpflege insbesondere seit Errichtung eines Hoftheaters in der Würzburger Residenz. Somit ist es erstmals möglich, die Abfolge aller Opernaufführungen zwischen 1765 und 1779 zu rekonstruieren. Durch Verschränkung mit den bereits vorhandenen Studien zur Würzburger und Bamberger Hofmusik entsteht so ein eindrucksvolles Gesamtbild, wie es wohl kein anderer geistlicher Fürstenhof aufweisen kann.
Die Aussagekraft der hier wiedergegebenen Quellen lässt es wünschenswert erscheinen, dass einmal der gesamte Briefwechsel zugänglich gemacht wird. Hierzu müssten die Korrespondenzen der beiden Brüder digitalisiert und in einem geeigneten Portal online zur Verfügung gestellt werden. Zu empfehlen wären darüber hinaus Kopfregesten, um wenigstens eine vorläufige Orientierung über die vielfältigen Briefinhalte zu ermöglichen. Es dürfte kein Zweifel daran bestehen, dass eine entsprechende trainierte künstliche Intelligenz in nicht allzu ferner Zukunft in der Lage sein wird, brauchbare Transkriptionen der Dokumente zu erstellen, deren Entzifferung auch dem geübten Auge durchaus Schwierigkeiten zu bereiten vermag.

_ Titelei
_Inhalt
_Vorwort